Schon 712 Selbsthilfegruppen von In-Gang-Setzern unterstützt

Im Zeitraum 2008 bis 2015 wurden 712 Gruppen zu 173 Themen von In-Gang-Setzern begleitet[1]. Eine Übersicht zu den Einzelthemen und zu der Anzahl der begleiteten Gruppen je Thema finden Sie hier.

Ordnet man die Einzelthemen der in Gang gesetzten Gruppen den großen Themenbereichen zu, wird deutlich, dass – wie erwartet - Gruppen zu psychischen Themen den größten Anteil ausmachen. Besonders auffallen ist der vergleichsweise hohe Anteil der Gruppen zu sozialen Themen. Sie bilden unter bestehenden Selbsthilfegruppen eine Minderheit. Eine Stärkung der sozialen Selbsthilfe ist eine der Zukunftsaufgaben der Selbsthilfeunterstützung.

Absolut gesehen profitieren am häufigsten Menschen von diesem Ansatz, die selbst von einer Erkrankung oder Situation betroffen sind. Das war zu erwarten, allerding ist ihr Anteil etwas niedriger als bei Gruppengründungen ohne In-Gang-Setzer[2]. Auffallend ist, dass Angehörigengruppen offenbar leichter mit Hilfe durch In-Gang-Setzer zustande kommen als ohne diese Hilfe.


[1] Gruppen, die mit unterschiedlichen Begriffen für das gleiche Thema benannt sind (z.B.  „Adipositas“, „Übergewicht“), wurden zusammengefasst. Gleichzeitig wurde den Unterscheidungen in Diagnosen gefolgt und separat gezählt. (z.B. gemischte Gruppen für Menschen mit „Ängsten und Depressionen“ und Gruppen nur zur Diagnose „Depression“).
[2] Hierzu wurden zum Vergleich rund 200 Gruppengründungen ohne IGS an mehreren Standorten im Zeitraum 2008-2012 hinzugezogen. 


 

Aktuell sind 35 Kontaktstellen in ganz Deutschland an dem Projekt beteiligt, 2015 haben 25 In-Gang-Setzer als vorübergehende Begleiter für Selbsthilfegruppen eingesetzt. Die anderen Kontaktstellen befinden sich entweder noch in der Startphase oder hatten gerade keine Gruppen mit Unterstützungsbedarf. Das Konzept ist bislang im Norden weiterverbreitet als im Süden. In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind je eine Kontaktstelle beteiligt, während sich die anderen 32 Kontaktstellen auf NRW, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verteilen.

Eine oft diskutierte Frage ist die nach der Eigenständigkeit der in Gang gesetzten Gruppen. Wie gut erfüllen die In-Gang-Setzer ihre Rolle als vorübergehende Starthelfer und Impulsgeber? Lösen sie sich rechtzeitig aus der gruppe, damit keine Abhängigkeiten entstehen. Ein Vergleich der In-Gang-Setzungen im Zeitraum 2008 – 2014 und 2015 zeigt, dass die Dauer der Begleitung identisch ist. Im Schnitt werden die Gruppen bei 3,7 Treffen begleitet, bis sich der In-Gang-Setzer verabschiedet und die Gruppe selbständig weitergeht.

Eine ausführliche Darstellung des In-Gang-Setzer-Konzepts, der Umsetzungserfahrungen der ersten zehn Jahre, des aktuellen Stands und der Perspektiven dieses Konzepts finden Sie in dem Vortrag, den Projektleiter Andreas Greiwe auf der DAG SHG Tagung am 2. Juni 2016 in Schwerin gehalten hat. Mehr 

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