Für besondere Zielgruppen „neue Zugänge zur Selbsthilfe schaffen“

Weiterentwicklung und Vorhaben für 2017 bis 2019

Die letzten Jahre habe gezeigt, wie In-Gang-Setzer als Starthelfer für neue Gruppen und als Impulsgeber für bestehende Gruppen hilfreich werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bei Zielgruppen, die bislang erfahrungsgemäß schwerer zur Selbsthilfe aktiviert werden können, der In-Gang-Setzer-Ansatz in seiner bisherigen Form noch nicht den gewünschten Erfolg hat. Möglicherweise können auch hier Modifizierungen des Konzepts weiterhelfen. Genau das soll nun für zwei wachsenden Bevölkerungsgruppen erprobt werden, bei denen Bedarf erkennbar ist, nämlich „Migrant/-innen“ und „Pflegende Angehörige“.

Für die Weiterentwicklung werden - wie es mittlerweile Tradition ist-, die bisherigen Erfahrungen der beteiligten Kontaktstellen ausgewertet und einbezogen. Darüber hinaus soll mit Einrichtungen und Projekten zusammengearbeitet werden, die sich bereits mit der Suche nach Möglichkeiten der Selbsthilfeaktivierung dieser Zielgruppen befassen.

„In-Gang-Setzung und Migration“

Einzelne Kontaktstellen haben bereits in der Vergangenheit In-Gang-Setzer gezielt für die Unterstützung von Selbsthilfe im Bereich Migration eingesetzt, wie z.B. in Duisburg, Bielefeld und Hannover. In Bremen und Hamburg gab es Modellprojekte zum Thema „Selbsthilfe und Migration“ und auch die Selbsthilfe-Kontaktstellen beim Paritätischen Hessen befassen sich schon länger aktiv mit dieser Zielgruppe. So ist in Hessen der Wunsch nach Zusammenarbeit mit dem In-Gang-Setzer-Projekt entstanden.

In den kommenden Jahren wollen Der Paritätische Hessen und das Projekt In-Gang-Setzer gemeinsam eine neue Perspektive für die Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund entwickeln und erproben. Für die Entwicklung und Erprobung bietet sich auch die Kooperation mit dem Projekt „Migration und Selbsthilfeaktivierung“ in Nordrhein-Westfalen und vergleichbaren Projekten an anderen Standorten an.

Der modifizierte Ansatz der In-Gang-Setzer soll den Bedürfnissen der Menschen dieser beiden Zielgruppen und den Besonderheiten ihrer Lebenssituation so entgegenkommen, dass er ihnen „neue Zugänge zu schaffen“ kann, ohne dass dafür der Gedanke der Selbsthilfe aufgegeben wird. Damit die Ausweitung des Ansatzes der Ingangsetzung auf konzeptionell sicherem Boden stattfinden kann, werden im Rahmen von zwei Themen-Workshops mit beteiligten Fachkräften und Expert/-innen erste Überlegungen zum Vorgehen angestellt.  

„In-Gang-Setzung und Pflege“

Die Inanspruchnahme von In-Gang-Setzern durch Pflegende Angehörige war im Laufe des bisherigen Projektes überraschend hoch. Pflegende Angehörige haben einen starken Wunsch nach Austausch und Vernetzung. Aber meist sind sie in einem Alter und haben einen Alltag, die mit besonderen Hemmnissen verbunden sind. Sie haben einen höheren und z. T. anders gelagerten Unterstützungsbedarf als viele „klassische“ Selbsthilfegruppen in den Bereichen chronische Erkrankungen, Behinderung oder Sucht.

Gemeinsam mit den Aktivitäten im mehreren Bundesländern im Rahmen der Unterstützung der Pflegeselbsthilfe (nach § 45d SGB XI) sind hier Maßnahmen der In-Gang-Setzung zu konzipieren und umzusetzen. Für die Einbeziehung der bisherigen Erfahrungen und erste Ideen zur Entwicklung einer tragfähigen Herangehensweise sind auch hier zwei Workshops mit beteiligten Fachkräften und Expert/-innen geplant. 

Über die Erfahrungen mit der Umsetzung des modifizierten In-Gang-Setzer-Ansatzes wird an dieser Stelle berichtet.  

 

 

zum Seitenanfang